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30.03.2026, 16:23:52
 Fundamental

USA

Die US-Währung legt gegenüber dem Euro und dem Pfund leicht zu, schwächt sich jedoch gegenüber dem Yen ab.

Heute erklärte US-Präsident Donald Trump, dass das Weiße Haus Verhandlungen mit iranischen Vertretern führe und seiner Meinung nach im bilateralen Dialog bereits große Fortschritte erzielt worden seien. Er betonte jedoch, dass die amerikanischen Streitkräfte die gesamte Energie- und Ölinfrastruktur des Landes zerstören würden, sollte es nicht gelingen, eine endgültige Einigung zu erzielen und die Straße von Hormus nicht freigegeben werde. Selbstverständlich wird der Iran als Reaktion darauf ähnliche Schritte unternehmen und US-Militärstützpunkte sowie Einrichtungen der Verbündeten in der Region angreifen, wie das angegriffene Land dies bereits mehrfach getan hat. Am 29. März führte das Korps der Islamischen Revolutionsgarden (IRGC) Raketen- und Drohnenangriffe auf zwei Aluminiumwerke durch: EMAL, das zur Emirates Global Aluminium-Gruppe in den Vereinigten Arabischen Emiraten gehört, und ALBA in Bahrain. Langfristig wird es zu einem beschleunigten Anstieg der Verbraucherpreise führen, da nun nicht nur die hohen Energiepreise, sondern auch die hohen Rohstoffkosten für Aluminium als Treiber wirken werden. Vor diesem Hintergrund stocken die Marktteilnehmer ihre Dollar-Käufe weiter auf. Der Dollar wird zusätzlich durch die Wahrscheinlichkeit einer langfristigen Beibehaltung der aktuellen Parameter seitens der US-Notenbank gestützt, was die Lage der nationalen Wirtschaft widerspiegelt. So lag der Preisdruck in den USA bereits vor Beginn der amerikanisch-iranischen Konfrontation deutlich über dem Zielwert von 2,0 Prozent (im Februar lag die Jahresrate bei etwa 2,4 Prozent bzw. die Kernrate bei 2,5 Prozent), wird sich nun aber deutlich beschleunigen. Der Präsident der Fed Richmond, Thomas Barkin, erklärte am Freitag, dass die Krise im Nahen Osten und die rasante Einführung von Technologien der künstlichen Intelligenz (KI) eine Festsetzung der Leitzinsen im Bereich von 3,50–3,75 Prozent sinnvoll erscheinen lassen. Seine Kollegin von der Fed Philadelphia, Anna Paulson, warnte davor, dass eine anhaltende Phase hoher Inflation zu einem ernsthaften Problem für die Weltwirtschaft werden könnte.

Eurozone

Der Euro legt gegenüber dem Pfund zu, verliert jedoch gegenüber dem US-Dollar und dem Yen an Boden.

Im Fokus der Anleger steht die Veröffentlichung der vorläufigen Inflationsdaten für März in Deutschland: Im Monatsvergleich stieg der Verbraucherpreisindex von 0,2 Prozent auf 1,1 Prozent m/m bzw. im Jahresvergleich von 1,9 Prozent auf 2,7 Prozent y/y. Der harmonisierte Index stieg von 0,4 Prozent auf 1,2 Prozent bzw. von 2,0 Prozent auf 2,8 Prozent an, was im Wesentlichen auf den starken Preisanstieg bei Energie und Lebensmitteln zurückzuführen war. Experten weisen darauf hin, dass aufgrund des Nahostkonflikts die Risiken eines verstärkten Preisdrucks wieder aktuell werden und dass die Europäische Zentralbank (EZB) umso mehr Argumente für eine erneute Anhebung der Leitzinsen haben wird, je länger die Konfrontation zwischen den USA und dem Iran andauert. In diesem Zusammenhang sind die Äußerungen des Chefs der Banque de France, François Villeroy de Galhau, zu erwähnen. In einem Interview mit der italienischen Zeitung La Stampa betonte er, dass die Finanzbehörden fest entschlossen seien, einen durch die Preiskorrektur von Rohöl verursachten Anstieg der Inflationsrate zu verhindern, es jedoch noch zu früh sei, um Termine für mögliche Zinsanpassungen vorherzusagen.

Vereinigtes Königreich

Das Pfund verliert gegenüber anderen Leitwährungen wie Euro, Yen und US-Dollar an Wert.

Laut den heute vorgelegten Statistiken stieg die Zahl der genehmigten Hypothekarkredite um 62.580 gegenüber vorläufigen Schätzungen von 61.000. Das Volumen dieser Kredite stieg von 4,21 Mrd. Pfund auf 4,84 Mrd. Pfund statt der prognostizierten 4,10 Mrd. Pfund an. Insgesamt korrigierte der Wert von 1,828 Mrd. Pfund auf 1,935 Mrd. Pfund (Erwartungen von 1,600 Mrd. Pfund), aber Experten sind überzeugt, dass sich die positive Dynamik im März unter dem Einfluss der Nahostkrise verlangsamen könnte. Morgen um 09:00 (GMT+2) werden die Daten zum Bruttoinlandsprodukt (BIP) für das vierte Quartal veröffentlicht: Auf Quartalsbasis dürfte das Bruttoinlandsprodukt bei etwa 0,1 Prozent liegen, während er von 1,2 Prozent auf 1,0 Prozent y/y zurückgehen wird, was die Position der Landeswährung dennoch stützen dürfte.

Japan

Der Yen legt gegenüber anderen Leitwährungen wie Euro, Pfund und US-Dollar zu.

Heute wurde eine Zusammenfassung der Stellungnahmen von Vertretern der Bank of Japan veröffentlicht: In der geldpolitischen März-Sitzung wurden die Aussichten für weitere Straffung der Geldpolitik diskutiert. Einige Teilnehmer wiesen auf die Möglichkeit eines stabilen oder beschleunigten Anstiegs der Kreditkosten hin. Der militärische Konflikt zwischen den USA und dem Iran hat bereits zu einem rasanten Anstieg der Energiepreise geführt. Er wirkt als Treiber für Beschleunigung der Inflationsrate. Einige Vorstandsmitglieder äußerten die Befürchtung, dass steigende Kosten zu einer Stagnation der Wirtschaft führen könnten, doch die Mehrheit unterstützt weiterhin den hawkischen Kurs. Der Währungshüter betonte doch, dass dieser in moderatem Tempo umgesetzt werden müsse. Zu erwähnen sind auch die jüngsten Äußerungen des Gouverneurs der Bank of Japan, Kazuo Ueda, der heute erklärte, dass die Zentralbank die Yen-Notierungen des aufmerksam beobachten werde: Der Notenbanker vermutete, dass der Anstieg der Importkosten aufgrund der schwachen Landeswährung eine Anhebung der Zinssätze in den kommenden Monaten rechtfertigen könnte.

Australien

Die australische Währung legt gegenüber dem Euro und dem Pfund zu, verliert jedoch gegenüber dem Yen und dem US-Dollar an Wert.

Da keine nennenswerten Wirtschaftsdaten veröffentlicht wurden, sind die Notierungen auf externe Faktoren zurückzuführen. Erwähnenswert ist lediglich die Rede des australischen Premierministers Anthony Albanese: Er kündigte an, dass die Regierung die Verbrauchsteuer auf Benzin und Diesel um die Hälfte senken und die Straßenbenutzungsgebühr für Schwerlastverkehr für drei Monate aussetzen werde, um den Haushalten zu helfen. Es ist der starke Anstieg der Ausgaben vor dem Hintergrund der amerikanisch-iranischen Konfrontation zu bewältigen. Nach Angaben des Politikers wird die Anpassung der Abgabe den Preis für Kraftstoff um 26,3 australische Cent pro Liter senken. Morgen um 03:30 (GMT+2) erwarten Investoren das Protokoll der letzten Sitzung der Reserve Bank of Australia (RBA). Die Marktteilnehmer werden nach Hinweisen auf die weiteren Schritte der Währungsbehörden suchen. Es ist ja bekannt, dass am 17. März die Zentralbank den Leitzins zum zweiten Mal in Folge um 25 Basispunkte angehoben hat und auf 4,10 Prozent erhöht hat, was einem Zehnjahreshoch entspricht. Im Anschluss an die Sitzung erklärte RBA-Chefin Michelle Bullock vor Journalisten, dass sich alle Vorstandsmitglieder grundsätzlich über die Notwendigkeit einer Fortsetzung des hawkischen Kurses einig und lediglich hinsichtlich des Zeitpunkts der Anpassungen unterschiedlicher Meinung seien.

Öl

Die Ölpreise zeigen heute moderate Aufwärtsbewegungen.

Unterstützt werden sie durch den Einstieg der Streitkräfte der Bewegung „Ansar Allah“ in den Nahostkonflikt, die versuchen könnten, die zweitwichtigste Seeverbindung für den Öltransport – die Meerenge von Bab el-Mandeb – zu blockieren, wobei Rohöl und andere Güter dann um Afrika herum transportiert werden müssten. Das verlängert die Lieferzeiten erheblich und führt zweifellos zu einem starken Preisanstieg. Andererseits wird eine stärkere Aufwärtsdynamik vom Handelsinstrument durch Meldungen der pakistanischen Behörden etwas gebremst, wonach diese in den nächsten Tagen „substanzielle Verhandlungen“ zur Beilegung der Differenzen zwischen den USA und dem Iran führen wollen. Erwähnenswert sind auch die Berichte von Analysten eines der größten transnationalen Finanzkonzerne, JPMorgan Chase & Co., die darauf hinwiesen, dass ein Szenario, bei dem die Straße von Hormus noch einen weiteren Monat lang gesperrt bleibt, einen Anstieg der Ölpreise auf 150,00 USD zur Folge hätte. Und das würde zu Einschränkungen bei der Energieversorgung für Industrieunternehmen führen.


Alle Indikator- und Kurswerte sind historische Daten. Zukünftige Ergebnisse lassen sich aus Kursbewegungen in der Vergangenheit nicht zuverlässig ableiten.

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