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17.04.2026, 15:42:42
 Fundamental

USA

Der US-Dollar gibt gegenüber dem Euro nach und zeigt eine uneinheitliche Entwicklung gegenüber dem Yen und dem Pfund in den Devisenpaaren.

Die Arbeitsmarktdaten fielen gemischt aus: Die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenunterstützung sank von 218.000 auf 207.000, während die Prognose bei 213.000 lag. Allerdings stieg die durchschnittliche Anzahl der Anträge in den letzten vier Wochen von 209.250 auf 209.750 und die Gesamtzahl von 1,787 Mio. auf 1,818 Mio. statt der erwarteten 1,810 Mio. Insgesamt zeigt der Sektor keine deutlichen Anzeichen einer Abkühlung. In Verbindung mit der geringen als erwartet ausgefallenen Inflationsrate im März gibt es den Anlegern Hoffnung, dass die US-Notenbank (Fed) bis zum Jahresende in ihrer dovishen Rhetorik übergehen könnte. Dennoch sind die Entscheidungsträger nach wie vor zurückhaltend in ihrer Einschätzung: Der Präsident der Fed von New York, John Williams, sagte, dass die Lage im Nahen Osten die Unsicherheit hinsichtlich der weiteren Geldpolitik bereits verstärke und dass, sofern die Unterbrechungen der Ölversorgung schnell beendet würden, sollten die Energiepreise sinken. Andernfalls sei jedoch mit einem drastischen Rückgang des Angebots, einer Beschleunigung der Inflation und einer Verlangsamung der Wirtschaftstätigkeit zu rechnen. Williams geht davon aus, dass der Verbraucherpreisindex in den nächsten Monaten über 3,0 Prozent liegen könnte, was eine eindeutige Festlegung der weiteren Maßnahmen der Behörde erschwert. Im Fokus der Anleger stehen weiterhin geopolitische Signale: Am Vortag erklärte US-Präsident Donald Trump, dass die Konfrontation mit dem Iran sich dem Ende zuneige und eine neue Verhandlungsrunde mit Vertretern der Islamischen Republik am kommenden Wochenende stattfinden werde. Diese Bemerkung enttäuschte die Händler eher, da der Politiker zuvor versprochen hatte, dass die Konsultationen in den nächsten Tagen stattfinden würden.

Eurozone

Der Euro legt gegenüber dem Yen, dem Pfund und dem US-Dollar zu.

Heute wurden die Außenhandelsdaten für Februar veröffentlicht: Der Saldo der Leistungsbilanz sank von 40,4 Mrd. Euro auf 24,9 Mrd. Euro, während Prognosen von 29,8 Mrd. Euro ausgegangen waren, und der Handelsbilanzüberschuss stieg auf 11,5 Mrd. Euro, blieb damit jedoch hinter den vorläufigen Schätzungen von 11,7 Mrd. Euro zurück. Insgesamt stehen die europäische Produktion und der Handel weiterhin unter dem Einfluss erhöhter US-Importzölle und der Krise im Nahen Osten: So ging das Volumen der EU-Warenexporte in die USA im Februar um 26,4 Prozent zurück. Unterdessen erklärten der Chefökonom der Europäischen Zentralbank (EZB), Philip Lane, und der Chef der Banque de France, François Villeroy de Galhau, dass für eine Anpassung der Geldpolitik mehr statistische Daten erforderlich seien, was die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung bei der Sitzung im April verringert. Dennoch sind Experten überzeugt, dass der Anstieg der Energiepreise letztendlich zu einer hawkischen Rhetorik führen wird: Analysten des Internationalen Währungsfonds (IWF) gaben bekannt, dass sie bis zum Jahresende mit einer doppelten Straffung der Kreditbedingungen durch die EZB rechnen.

Vereinigtes Königreich

Das Pfund verliert gegenüber dem Euro an Wert und zeigt gegenüber dem Yen und dem US-Dollar eine uneinheitliche Entwicklung in Devisenpaaren.

Finanzministerin Rachel Reeves ließ die Möglichkeit einer Kürzung bestimmter staatlicher Ausgabenposten zu, um Investitionen in den Militärbereich umzulenken. Sie erklärte, das Finanzministerium arbeite an Maßnahmen zur Bekämpfung der Energieabhängigkeit des Landes. Dabei lehnte sie die Idee einer Steuerindexierung oder einer Aufstockung der Haushaltskredite zur Finanzierung des Verteidigungssektors ab.

Japan

Der Yen gibt gegenüber dem Euro nach und zeigt in Devisenpaaren mit dem US-Dollar und dem Pfund eine uneinheitliche Entwicklung.

Am Vortag erklärte der Chef der Bank of Japan, Kazuo Ueda, dass das Land mit einem Anstieg der Inflation konfrontiert sei. Sie werde durch Angebotsengpässe verursacht und lasse sich mit geldpolitischen Maßnahmen schwerer eindämmen als eine durch hohe Nachfrage bedingte Inflation. Der Währungshüter fügte hinzu, dass die weiteren Schritte der Zentralbank noch nicht feststehen, da es derzeit schwierig sei, die Auswirkungen des Nahostkonflikts auf die Wirtschaft des Landes vollständig einzuschätzen. So kann der Anstieg der Energiepreise sowohl die Konjunktur verlangsamen als auch das Preiswachstum beschleunigen: Daher werden Entscheidungen auf der Grundlage der eingehenden Statistiken getroffen.

Australien

Der australische Dollar legt gegenüber dem Euro, dem Pfund, dem Yen und dem US-Dollar zu.

Die Kursentwicklung ist hauptsächlich auf externe Faktoren zurückzuführen, während die Energiekrise den Druck auf die nationale Wirtschaft, insbesondere auf den Produktions- und den Agrarsektor, verstärkt. So erklärten heute Vertreter von WAFarmers, dem Branchenverband der Landwirte in Westaustralien, dem größten Getreideexporteur, dass die Erzeuger aufgrund von Problemen bei der Verfügbarkeit und den Kosten von Treibstoff und Düngemitteln ihre Anbauprogramme ändern und die Anbauflächen reduzieren werden. Dem Bericht zufolge wird die Anbaufläche für Weizen um 14,0 Prozent auf 3,68 Millionen Hektar zurückgehen, während die für Gerste aufgrund des prognostizierten Rückgangs der Rentabilität um 1,0 Prozent auf 2,06 Millionen Hektar zunehmen wird.

Öl

Die Ölpreise verloren heute stark unter dem Druck der Entscheidung Irans, die Straße von Hormus vorübergehend für den Durchgang von Handelsschiffen zu öffnen.

Dies teilte Außenminister Abbas Arakchi mit, der diese Maßnahme mit dem Inkrafttreten des Waffenstillstands zwischen dem Libanon und Israel begründete. Die Schifffahrt auf den von Teheran festgelegten Routen wird fortgesetzt, sofern die Angriffe nicht wieder aufgenommen werden, also mindestens zehn Tage lang. Die Freigabe des Seegebiets senkt die Lieferkosten für die Verbraucher erheblich und erhöht die Wahrscheinlichkeit eines endgültigen Friedensabkommens zwischen den USA und dem Iran. Experten hoffen, dass sich der Markt für Kohlenwasserstoffe bald stabilisieren wird, schließen jedoch eine Wiederaufnahme der Kampfhandlungen nicht aus, sollten die Parteien keinen Kompromiss erzielen.


Alle Indikator- und Kurswerte sind historische Daten. Zukünftige Ergebnisse lassen sich aus Kursbewegungen in der Vergangenheit nicht zuverlässig ableiten.

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