Die Wellen sind eine Form der technischen Untersuchung von Finanzmärkten und wurden in den 1930er Jahren von Ralph Nelson Elliott entwickelt. Bei der Untersuchung und Prognose zukünftiger Kursbewegungen hat sich die Analyse der Wellen als zuverlässig erwiesen. Das Wellen-System legt großen Wert auf die Marktpsychologie – eine Eigenschaft, die sie in der heutigen Zeit des algorithmischen Handels und der sozialen Medien besonders relevant macht. Große Wellenzyklen oder Superzyklen ermöglichen es Analysten darüber hinaus, Einblicke in globale Trends über längere Zeiträume zu erhalten, die von mehreren Jahren bis hin zu Jahrzehnten reichen können.
Die fundamentale Prämisse der Theorie der Wellen besagt, dass sich zwar einzelne Individuen unvorhersehbar verhalten mögen, das Verhalten einer Menschenmenge jedoch bestimmten Mustern folgt. In diesem Artikel wird untersucht, wie Händler die Finanzmärkte gemeinsam beeinflussen und wie sich Preisbewegungen anhand von Wellenmustern vorhersagen lassen.
Der Artikel befasst sich mit folgenden Themen:
- Wichtige Erkenntnisse
- Elliott-Wellen-Prinzip aus technischer Sicht
- Geschichte und Grundprinzipien der Elliott-Wellen
- Elliott-Wellen-Prinzip: Impulse und Wellen für Korrekturen
- Wellen der Korrektur: Das 3-Wellen ABC-Muster
- Elliott-Wellen-Prinzip: Regeln und Anleitungen
- Fibonacci-Verhältnisse in der Elliott-Wellen-Analyse
- Wie man mit der Elliott-Wellen-System handelt
- Fazit
- Wellentheorie: Häufig gestellte Fragen
Wichtige Erkenntnisse
- Das Elliott-Wellen-Prinzip wird seit über 70 Jahren im Handel angewendet.
- Der Wellentheorie zufolge bilden die Handlungen der Marktteilnehmer stets eines von zehn Wellen-Mustern in Kurscharts. Zweck der Untersuchung ist es, die sich aktuell bildende Welle zu identifizieren.
- Die Wellentheorie ist eine Technik, die in der technischen Betrachtung von Wertpapieren unter erfolgreichen Anlegern in dieser Weise weit verbreitet ist.
- Man unterscheidet zwei Arten von Wellenmuster: Wellen des Impulses und Korrekturwellen.
- Es gibt drei Wellenmuster des Impulses und sieben Korrekturwellen.
- In Elliotts Theorie werden Fibonacci-Retracements und -Extensions häufig zur Vorhersage von Wellenhöhen verwendet.
Elliott-Wellen-Prinzip aus technischer Sicht
Die Wellentheorie ist eine Form der technischen Analyse im Handel. Bemerkenswert ist, dass fast alle erfolgreichen Händler Wellentheorie-Handelsstrategien verwenden.
Neben Trendanalysen, Candlesticks und Indikatoren wie dem RSI oder MACD spielt die Wellentheorie im Handel eine wichtige Rolle. Sie integriert den psychologischen Aspekt in ein mathematisches Modell und macht sie so zu einem leistungsstarken Instrument für Marktprognosen.
Die Theorie hat sich als besonders effektiv bei der Untersuchung von Bullen- und Bärenmärkten erwiesen. Sie hilft Händlern dabei, festzustellen, ob sich der Markt in einer Phase des aktiven Wachstums (Aufwärtswellen 1, 3, 5) oder eines Rückgangs (Korrekturwellen A, B, C) befindet. Dies erhöht die Genauigkeit der Prognosen.
Eine Welle bezeichnet einen Abschnitt der Preisbewegung zwischen einer Umkehr und der nächsten.
Das Elliotwellen-System ist eine alternative Strategie zur Fundamentalanalyse. Während die Fundamentalanalyse auf Wirtschaftsindikatoren und Nachrichten basiert, stützt sich die Wellentheorie-Untersuchung ausschließlich auf historische Kursdaten und Handelsvolumen. Sie betrachtet den Markt als ein sich selbst regulierendes System. Die Theorie von Elliott wird häufig in Verbindung mit Wellenmustern verwendet, um die optimalen Ein- und Ausstiegspunkte zu bestimmen, die für den Handel mit Wertpapieren und Devisen von entscheidender Bedeutung sind.
Dieses technische Analysemodell ist im modernen Handel weit verbreitet, insbesondere unter Profis, die mit Aktien, Währungspaaren, Rohstoffen und Kryptowährungen handeln. Diese Märkte sind zyklisch und die Vermögenswerte zeigen oft starke Impulse.
Die folgenden Kapitel bieten einen kurzen Überblick über die grundlegenden Prinzipien und Regeln der Wellentheorie.
Geschichte und Grundprinzipien der Elliott-Wellen
Die Wellentheorie wurde in den 1930er Jahren von Ralph Nelson Elliott entwickelt. Sie basiert auf der Beobachtung zyklischer Kursbewegungen an den Finanzmärkten. Elliott fand heraus,dass Markttrends nicht zufällig und unvorhersehbar sind, sondern wiederkehrenden grafischen Wellenmuster folgen, welche die Marktpsychologie widerspiegeln. Mit seinem Buch „The Wave Principle” (auch per Versand erhältlich) legte er den Grundstein für die moderne Betrachtung der Wellenmuster, die zu einem der beliebtesten Analyseinstrumente wurde.
Robert Prechter, Gründer von Elliott Wave International und amerikanischer Finanzanalyst, trug maßgeblich zur Popularität und Entwicklung der Elliottwellen-Theorie bei. 1978 verfassten Prechter und A. J. Frost gemeinsam das Buch „Elliott Wave Principle: Key to Market Behavior”, ein Klassiker und Leitfaden für Trader. Robert Prechter führte eine Systematisierung der Theorie durch und erweiterte ihre Anwendungsregeln. Dabei bezog er das Konzept der Sozionomie mit ein, das den Einfluss der Massenstimmung auf die Finanzmärkte untersucht.
Das Grundprinzip der Wellen-Theorie im Handel besteht darin, dass sich Preise in Wellen bewegen. Impulswellen bestehen aus fünf Wellenmustern. Sie entfalten sich in Richtung des Trends. Korrekturwellen bestehen aus drei Wellenmustern. Sie bewegen sich gegen den Trend. Diese Wellenmuster bilden fraktale Muster, bei denen kleinere Zyklen Teil größerer Zyklen sind.
Den Grundregeln der Theorie zufolge sollte die zweite Welle nicht unter den Beginn der ersten Welle fallen, die dritte Welle ist häufig die längste und stärkste und die vierte Welle reicht nicht bis in den Preisbereich der ersten Welle hinein. In der Theorie spielen Emotionen wie Gier und Angst eine zentrale Rolle bei der Gestaltung von Marktbewegungen. Dadurch können Händler Wendepunkte vorhersagen und zuverlässige Strategien entwickeln.
Elliott-Wellen-Prinzip: Impulse und Wellen für Korrekturen
Die Wellen-Theorie geht von mehreren Arten fraktaler Muster aus. Im Handel werden alle Wellen in Antriebs- oder Aktionswellen und Korrekturwellen unterteilt.
Antriebswellen entwickeln sich immer in Richtung des bestehenden Trends, während sich Korrekturwellen entgegen diesem Trend bewegen. Um den Wellentyp zu bestimmen, muss zunächst eine Welle größeren Ausmaßes gefunden werden. Anschließend wird überprüft, in welche Richtung sich diese Welle bewegt. Wellenmuster des Impulses entfalten sich immer in Richtung der übergeordneten Welle, Korrekturwellen bewegen sich dagegen entgegen dieser Richtung.
Es existieren drei Arten von Wellenmuster des Impulses sowie sieben Arten von Korrekturwellen. Impulswellen und ihre Varianten, die sogenannten führenden und endenden Diagonalen, gelten als Aktionswellen. Korrekturwellenarten sind beispielsweise Zickzackwellen, Flachwellen, doppelte und dreifache Zickzackwellen, doppelte und dreifache Dreierwellen sowie Dreiecke.
Wellen der Korrektur: Das 3-Wellen ABC-Muster
Um die beliebtesten Korrekturmuster zu untersuchen, ist es wichtig, Zickzack- und flache Muster zu betrachten. Die einzelnen Wellenmuster werden als Unterwellen A, B und C bezeichnet. Zwischen ihnen gibt es jedoch einen wesentlichen Unterschied.
Bei einem Zickzack werden die Unterwellen A und C als Wellenmuster des Impulses betrachtet, Welle B hingegen als Korrekturwelle. In einem Flat hingegen werden A und B als Korrekturwellen betrachtet, während Welle C eine Impulswelle ist. Ein weiterer wichtiger Unterschied besteht darin, dass ein Zickzack-Muster ein Trendmuster ist, das heißt, es zeigt, dass sich der Markt nach oben oder unten bewegt. Ein Flat ist dagegen ein Seitwärtsmuster, bei dem sich der Kurs horizontal bewegt.
Elliott-Wellen-Prinzip: Regeln und Anleitungen
Das Wellenprinzip basiert auf der Annahme, dass sich die Preise aufgrund der Handlungen einer großen Anzahl von Marktteilnehmern nach bestimmten Regeln und Algorithmen bewegen. Das Muster, das sich im Preisdiagramm bildet, entspricht dabei immer einem von zehn möglichen Wellentypen. Daher sollten Händler ermitteln, welche Welle sich derzeit entwickelt. Mithilfe dieser Untersuchung können sie genaue Prognosen erstellen und potenzielle Gewinnmitnahmen bestimmen.
In Kombination mit der Candlestick-Untersuchung ermöglicht die Theorie den Tradern, zu erkennen, ob es sich bei dem vorherrschenden Trend um einen Bullenmarkt mit Aufwärtsdynamik oder um einen Bärenmarkt mit Abwärtsbewegungen handelt.
Fibonacci-Verhältnisse in der Elliott-Wellen-Analyse
Die Wellen-Theorie und die Fibonacci-Niveaus sind perfekt aufeinander abgestimmt. Mithilfe dieser Tools können Trader die optimalen Zeitpunkte für das Eröffnen bzw. Schließen von Positionen bestimmen und so ihre potenziellen Gewinne steigern.
Mit Fibonacci-Verhältnissen lassen sich Wellenwerte auf der Grundlage sogenannter Referenzwellen vorhersagen. Betrachten wir beispielsweise einen typischen bullischen oder bärischen Impuls, der aus fünf Unterwellen besteht, so entspricht Welle 2 statistisch gesehen meist 61,8 % oder 76,4 % der Fibonacci-Linien.
Insbesondere die Zahlen 0,618 und 0,764 sind die am häufigsten verwendeten Fibonacci-Verhältnisse in der Analyse der Wellenmuster. Meist erstreckt sich Welle 3 auf 161,8 % von Welle 1 und Welle 5 bildet 61,8 % von Welle 1 nach. Die Wellenentwicklung wird in diesem kurzen Beispiel deutlich beeinflusst von den Fibonacci-Verhältnissen.
Oft fallen Fibonacci-Niveaus mit wichtigen Unterstützungs- und Widerstandsniveaus zusammen. Unterstützungsbereiche entstehen, wenn die Nachfrage das Angebot übersteigt und der Preis nicht weiter fallen kann. Im umgekehrten Fall, wenn das Angebot die Nachfrage übersteigt, treten Widerstandsbereiche auf. In der Wellenanalyse nutzen Trader diese Niveaus, um Endpunkte von Wellenmuster (z. B. Wellenmuster 2 oder 4) zu bestätigen oder Ziele für Wellenmuster 3 oder 5 vorherzusagen. Dadurch werden Handelsentscheidungen erheblich präziser, weshalb es sich lohnt, darüber nachzudenken, wie Sie die Wellentheorie und Fibonacci-Niveaus in Ihre Handelsstrategie integrieren können..
Wie man mit der Elliott-Wellen-System handelt
Um das aktuelle Wellenmuster zu analysieren, betrachten einige Trader den Markt aus verschiedenen Blickwinkeln und legen mehrere mögliche Szenarien fest, wie es sich entwickeln könnte. Trades werden nur eröffnet, wenn mehrere dieser Szenarien ein Signal bestätigen. Bei dieser Strategie werden weniger Positionen eröffnet, die jedoch genauer und erfolgreicher sind.
Eine weitere Möglichkeit, die Elliott-Wellen anzuwenden, besteht darin, das wahrscheinlichste Szenario zu bestimmen. In diesen Bereichen der Wellenmuster werden Trades ausgeführt, die das höchste Gewinnpotenzial aufweisen. Ein Beispiel ist Welle 3, die die schnellste und stärkste Welle im Impuls ist. Wenn sich Welle 4 seitwärts bildet, neigen Trader dazu, Trades zu eröffnen, um während der fünften Welle Gewinne mitzunehmen.
Fazit
Zweifellos hat sich die Wellentheorie eine zentrale Rolle im Bereich der technischen Betrachtung gesichert. Das Elliott-Wellen-Prinzip ermöglicht es Händlern, Markttrends unter Berücksichtigung der Marktpsychologie zu verstehen. Seine fraktalen Muster liefern in Kombination mit Fibonacci-Verhältnissen genaue Signale. Die Theorie ist zwar komplex, lässt sich aber mit etwas Übung gut beherrschen. Die Elliott-Wellen sind ein umfassendes Rahmenwerk, das eine Grundlage für effektives Trading und ein umfassendes Verständnis des Marktverhaltens bietet.
Da praktisch alle erfolgreichen Trader die Wellentheorie in ihrer Handelsstrategie anwenden, ist dieser Bereich der technischen Betrachtung für Anfänger sowie für erfahrene Trader und Investoren sehr zu empfehlen.
Wellentheorie: Häufig gestellte Fragen
Die fünf Wellenmuster der Elliott-Theorie stellen die am häufigsten auf den Finanzmärkten anzutreffende Welle dar. Sie wird als Impulswelle bezeichnet und umfasst drei Antriebswellen (1, 3 und 5) sowie zwei Korrekturwellen (2 und 4).
Die Regeln der Elliott-Wellen besagen, dass Welle 2 fast nie 100 % von Welle 1 erreicht. In meiner beruflichen Erfahrung bin ich noch nie auf einen solchen Fall gestoßen.
Die Wellentheorie ist keine eigenständige Handelsstrategie. Sie kann jedoch als solide Grundlage für die Entwicklung zuverlässiger Trading-Strategien dienen. Das habe ich durch viele Jahre eigener praktischer Erfahrung bestätigt.
Die Elliott-Wellen 1–2–3–4–5 bilden gemeinsam einen Impuls, der aus fünf Teilwellen besteht. Dabei sind die Wellenmuster 1, 3 und 5 Impulsbewegungen, während die Wellenmuster 2 und 4 korrigierende Zustände darstellen. Welle 1 kann als Leading Diagonal auftreten, während Welle 5 auch die Form einer Ending Diagonal annehmen kann.
Der wesentliche Unterschied liegt darin, dass Impulswellen den Markt vorantreiben und die eigentliche Trendbewegung bilden. Korrekturwellen dagegen sorgen nur für vorübergehende Gegenbewegungen innerhalb dieses Trends.
Die Elliott-Wellen lassen sich erfolgreich auf alle Finanzmärkte anwenden. Ich habe diese Theorie über viele Jahre hinweg persönlich in verschiedenen Märkten erprobt, darunter Devisenpaare, Aktienmärkte, Indizes, Kryptowährungen und Rohstoffe.

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